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20.01.2010 12:22 Alter: 2 Jahre

Schokolade - Süße Verführung

Schokolade, der Inbegriff des Genusses, ist die beliebteste Süßigkeit der Welt

Woher kommt die Schokolade?

Über die Ursprünge der "Speise der Götter" gibt es vielfältige Versionen:

Der gefiederte Gott des Windes und des Mondes "Quetzacoatl" soll nach einem indianischen Mythos den aztekischen Tolteken durch fleißige Ameisen die Samenkerne des Kakaobaumes geschickt haben und ihnen die Zubereitung des Göttertrankes beigebracht haben.

Von den in Mittelamerika lebenden Mayas ist als Ritual überliefert, dass die Tassen ihrer verstorbenen Könige vor den Gräbern täglich mit Hilfe von Gewürzen schaumig geschlagener Trinkschokolade nachgefüllt wurden. Der Schaum auf der Trinkschokolade ist in Mexiko heute noch ein Sinnbild für Stärke und Widerstandskraft. Erhalten sind kunstvoll bemalte, gebrannte Keramikkrüge zur Einnahme von Kakao als Grabbeigaben aus Guatemala aus der Zeit um 500 n. Chr.

Die Mayas, die bereits um 250 v. Chr. die Kakaopflanze kultivierten, würzten das Kakaogetränk mit Chilipulver.

Bei den Azteken, die ab Ende des 14. Jahrhunderts begannen, Mexiko zu erobern, waren Kakaobohnen Zahlungsmittel und dienten neben kultischen Zwecken als Medizin gegen Vergiftungen und auch als Aphrodisiaka.

Der botanische Name für den Kakaobaum Theobrama cacao geht auf den schwedischen Naturforscher Carl von Linné (1707-78) zurück. Theobrama stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Speise der Götter".Der immergrüne Kakaobaum trägt das ganze Jahr über gleichzeitig Früchte und Blüten. Der Baum wuchs ursprünglich nur im Amazonasgebiet Südamerikas, durch Vögel soll er sich in Mittelamerika verbreitet haben.

Wie kam der Kakao nach Europa?

Die Quellen schwanken zwischen Kolumbus und Hernando Cortes, dem spanischen Eroberer Mexikos.

Ein Indianerhäuptling soll Kolumbus 1502 als erstem Europäer Schokolade mit Vanille kredenzt haben.

Die Kolonialmacht Spanien hatte jedenfalls fast 100 Jahre lang das Handelsmonopol für den überseeischen Kakaoanbau in der Neuen Welt.

Im 17. Jahrhundert begannen die Kolonialmächte Frankreich, England und die Niederlande, Kakaoplantagen in ihren Äquatorialgebieten anzulegen.

Heute wird in etwa 50 tropischen Ländern Kakao produziert, davon stammen über 80 Prozent aus Elfenbeinküste, Brasilien, Malaysia, Ghana, Nigeria.

Schokoladeherstellung

Es war der Niederländer Conrad Van Houten, der 1828 mit seiner Erfindung der Schokoladenherstellung einen neuen Impuls verlieh.

Dank seiner Maschine konnte die Kakaobutter von der flüssigen Kakaomasse getrennt werden. Mit Zucker gesüßter Kakao löste die zuvor mit luxuriösen Gewürzen zubereitete reine Trinkschokolade ab. Aus der Kakaobutter konnte durch Beimischungen ein neues Produkt gewonnen werden - die Schokolade zum Essen.

Holland wurde der erste Großproduzent von Kakao und Tafelschokolade. Die Schweiz folgte mit der Innovation Milchschokolade.

Rodolphe Lindt erfand 1879 das Verfahren des Conchierens - eines langwierigen Rührens und Walkens, wodurch die Rohschokolade geschmeidiger und glatter wurde.

Neben den großen Marken gibt es zunehmend kleine Hersteller, die mit ausgewählten, schonend fermentierten, langsam gerösteten Bohnen Schokolade kreieren, die den ursprünglichen, unverfälschten Charakter des Kakaos erhalten.

Gute Chocolatiers besinnen sich auf die fast vergessene Geschmacksvielfalt der alten Sorten und schreiben den Ursprung der Kakaobohnen oder den Namen der Plantage auf die Verpackung. Sie verarbeiten, ausgesuchte Bohnen aus kleineren Fabriken, wo verschiedene Sorten geröstet und gemischt werden können.

Nur zwei Prozent der Kakaowelternte sind Edelkakaos. Dazu gehören die Trinitario-Sorten (Trinidad) und Arriba (Ecuador). 

Schokoladenverbrauch

Schokolade war bis vor dem Ersten Weltkrieg Luxus.

Bei den Polarexpeditionen von Amundsen und Nansen wurde Tafelschokolade erstmals als vollwertiges Ersatznahrungsmittel verwandt. Erst in den 50er-Jahren wurde die braune Süßigkeit zur Massenware.

Der Schokoladenkonsum wuchs stetig. Statistiken weisen einen pro Kopf - Verbrauch von ca. 8 - 10 kg im Jahr aus.

Und damit das schlechte Gewissen ob der vernaschten Kalorien nicht zu sehr drückt, haben Mediziner gesunde Stoffe im Kakao entdeckt, die blutdrucksenkend wirken sollen.

Bittere Sorten sind sogar während der Diät erlaubt.


Kategorie: Rezepte, Wissenswert

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